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Mustern ist reine Glückssache PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Dienstag, den 25. Mai 2010 um 03:00 Uhr

Jungzüchter wie Tillmann Gaub lernen viel über den richtigen Umgang mit dem Pferd

Seit zwei Jahren erst wirkt der 15-jährige Gymnasiast Tillmann Gaub aus Wattweiler bei den Jungzüchtern mit. Beim Süddeutschen Wettbewerb im Landgestüt schnitt er jetzt als Bester aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland ab.

Quelle:
Pfälzischer Merkur
Zweibrücker Zeitung
Merkur-Mitarbeiter: Cordula von Waldow
20. Mai 2010

Zweibrücken. Er entstammt keiner Züchterfamilie und außer ihm reitet in der Familie niemand. Dennoch war er kürzlich beim Süddeutschen Jungzüchterwettbewerb im Landgestüt der Erfolgreichste für die Gastgeber aus Rheinland-Pfalz-Saar: Tillmann Gaub. Seit zwei Jahren erst wirkt der 15-jährige Gymnasiast aus Wattweiler bei den Jungzüchtern mit – erfolgreich und mit wachsender Begeisterung. Sein erster Auftritt bei der Deutschen Meisterschaft im rheinischen Wickrath endete mit dem Vizemeistertitel seiner Altersklasse. Jetzt, nach Gold im Beurteilen von Pferden, Silber im Vormustern, dem achten Platz in der Theorie und dem neunten beim Freispingen, was Rang sieben in der kombinierten Gesamtwertung bedeutete, hofft die ganze Familie auf seine Nominierung für die Deutsche Meisterschaft im Juni in Marbach.

Was lernt ein Jungzüchter? „Ganz viel im richtigen Umgang mit dem Pferd“, erklärt Tillmann. Das sei ihm auch besonders wichtig. Sein Talent sieht er eher in der Praxis, beim Beurteilen und Vorführen. Allerdings war er in Zweibrücken befangen, weil Pferde und Züchter aus dem eigenen Pferdezuchtverein stammten. Fremde zu benoten fiele ihm leichter. „Das Mustern ist reine Glückssache“, findet der. Wenn einem das zugeloste Pferd liege, sei nicht schwierig, es korrekt und taktrein vorzustellen. Wesentlich komplizierter findet der 15-Jährige die umfangreiche Theorie mit Abstammungen der bedeutenden Pferden aller Zuchtgebiete oder Vererbungslehre. Reiterlich ist Tillmann für den Verein Rodalbtal unterwegs. Dort bildet er gerade mit seiner Trainerin Ute Breit den fünfjährigen Hengst Noah aus. „Wir wollen ihn dieses Jahr auf den ersten Reitpferdeprüfungen vorstellen“, sagt er. Für die Vielseitigkeit habe er aktuell kein Pferd zur Verfügung.

Die Praxis steht auch für Tillmanns Kameraden im Zuchtverein, die drei Geschwister Sefrin aus Contwig, im Vordergrund. Der 18-jährige Nikolaus siegte vor zwei Jahren bei der Süddeutschen in München im Mustern. „Das Wichtigste an einem Pferd ist seine Ausstrahlung, der erste Eindruck, vor Körperbau oder Gangarten“, betont er. Schwester Theresa (20), Mitglied im Vorstand des RFV Zweibrücken, hilft meist bei der Organisation und verstärkt den Fanclub. „Das Schöne ist auch das Miteinander und die Geselligkeit“, genießt die Dressurreiterin die vielfältigen Kontakte zu Gleichgesinnten. Vor vier Jahren wurde sie von Nebe geworben und wirkt seitdem mit beiden Brüdern bei den Jungzüchtern aktiv mit.