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Geschrieben von: Administrator   
Donnerstag, den 21. Oktober 2010 um 06:36 Uhr

Rund drei Viertel aller Vogelarten sind Zugvögel (Rechte: WDR)Ornithologen des Naturschutzbundes erfassen Zugvögel auf der Wattweiler Höhe

Jedes Jahr im Herbst treffen sich die Vogelkundler der Region, um gemeinsam die Zugvögel auf ihrem Weg in den Süden zu beobachten. Dabei haben die Ornithologen, wie sie im Fachjargon genannt werden, eine wichtige Entdeckung gemacht: Wegen des Klimawandels bleiben manche Vögel inzwischen hier.

Quelle:
Pfälzischer Merkur
Merkur-Mitarbeiter: Peter Fromann
Zweibrücker Zeitung
20. Oktober 2010


Zweibrücken. Echte Naturkundler trotzen dem Wetter, Wind und Regen stören sie nicht im geringsten, auch nicht bei ihrem jüngsten Projekt vor ein paar Tagen auf der Wattweiler Höhe. Ein unangenehmer kalter Wind pfiff über das Land, zeitweise mit Regentropfen durchmischt. Doch die Nabu-Ornithologen (Vogelkundler) schreckte das nicht von ihren Beobachtungen ab. Vielmehr waren es die Zugvögel, die es sich anders überlegt hatten und ihren geplanten Zug in den Süden weitgehend abgesagt hatten.

Die Ornithologen der Westpfalz und des Saarlandes arbeiten eng zusammen, weil die Zugvögel die Grenzen gerne ignorieren. Am Sonntag war auch Norbert Roth von der ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Westpfalz und zugleich Mitglied beim ornithologischen Beobachtungsring Saar gekommen, mit dabei auch Birgit Cruson, Peter Spieler und Hans Göppel vom Naturschutzbund. Erst Anfang Oktober zum Beispiel wurden vormittags in fünf Stunden 4470 Zugvögel in 27 Arten gezählt, dazu Saatkrähen, Sperber und Nilgans und mindestens 50 schwankend flatternde Admirale (Schmetterlinge). Unter den Vögeln Schwarzmilan, Misteldrossel, Rotmilan, Kormoran, Baumfalke, Wespenbussard und andere mehr, auch etwa 2000 Buchfinken. „Selten zu sehen ist der Mornellregenpfeifer“, sagt der Fachmann. Er rastet speziell hier vor uns auf dem Acker, eine der wenigen Stellen in der Pfalz und dem Saarland. Er lebt in den weiten Tundren am Polarkreis und nördlich davon. „Vielleicht erinnert ihn hier die Gegend an seinen heimischen Lebensraum, und auf dem Acker findet er wahrscheinlich die notwendige Nahrung mit spezieller Anreicherung von Mineralien“, vermuten die Ornithologen. Jedenfalls wird die Westpfalz vom bei uns seltenen Mornell geschätzt. Das ist zugegebener Weise keine Sensation und hat auch eigentlich keine Bedeutung, aber es ist zumindest verwunderlich und erfreut die, die einen Sinn für Kuriositäten oder Eigenheiten in der Natur haben.

Der Klimawandel hat auch hier bereits Auswirkungen. „Manche Zugvögel bleiben inzwischen hier, weil es eben auch im Winter warm bleibt“, heißt es.

Bildunterschrift
Die Vogelkundler Hans Göppel, Birgit Cruson, Norbert Roth und Peter Spieler. Foto: Margarete Lehmann

Den Mornellregenpfeifer bekommt man selten zu Gesicht.