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CDU in Wattweiler erinnert am 3. Oktober an die Wiedervereinigung
Seit 20 Jahren begeht die CDU in Wattweiler am 3. Oktober eine Einheitsfeier. So auch am Samstag. Dabei würdigte Jürgen Lambert die Leistungen der damaligen Bundesregierung im historischen Herbst 1989.Quelle: Pfälzischer Merkur Zweibrücker Lokales 05. Oktober 2009
Wattweiler. Die DDR war ein Unrechtsstaat. Das unterstrich der frühere Zweibrücker Oberbürgermeister Jürgen Lambert am Samstag während der Feier des CDU Ortsverbandes zum Tag der Deutschen Einheit in Wattweiler. „Wer sich mit den Verhältnissen, denen er wegen Mauer und Stacheldraht nicht entrinnen konnte, abfand, ohne anderen zu schaden, gegen den ist selbstverständlich kein Unrechts-Vorwurf erlaubt“, stellte Lambert klar. Dieser Bürger sei ein Opfer – kein Täter. Dem System hingegen, das diese Verhältnisse schuf, dürfe nicht mit Nachsicht begegnet werden. Er wundere sich deshalb, dass ernsthaft darüber diskutiert werde, ob die DDR ein Rechtsstaat gewesen sei.
Der Alt-Oberbürgermeister erinnerte, dass vier Jahrzehnte den Landsleuten in Ostdeutschland das Recht zu freien Wahlen vorenthalten wurde: „Die 99-Prozent-Ergebnisse, die es regelmäßig für die von der SED vorgelegten Einheitsliste gab, sprechen Bände.“ Lambert pflichtete dem Mainzer Innenminister Karl Peter Bruch bei, der beim jüngsten Merkur-Salongespräch auf die Frage nach Fehlern im Zuge der Realisierung der staatlichen Einheit gesagt hatte, dass der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl alles richtig gemacht habe. Echte, brauchbare Alternativen habe es nicht gegeben. „Was unterschätzt wurde, war das Ausmaß der vom DDR-Regime materiell wie ideell angerichteten Schäden“, erklärte der frühere Rathaus-Chef. Was bei der Beseitigung dieser Schäden, was beim Wiederaufbau geleistet wurde, sei enorm: „Jeder, der mit offenen Augen durch die neuen Bundesländer fährt, kann dies wahrnehmen.“ Trotzdem sei eine sich selbst tragende, von öffentlichen Geldern unabhängige Entwicklung noch lange nicht erreicht. Ein Indikator sei die Abwanderung aus den neuen Bundesländern, die im vergangenen Jahr 51 000 Menschen betragen habe.
„Haben wir noch etwas Geduld mit der Deutschen Einheit. Freuen wir uns über das Erreichte“, appellierte Lambert. Das Entscheidende sei doch gewesen, dass die Mauer gefallen ist: „Wir sind ein Volk.“
Der Wattweilerer Ortsvorsteher und CDU-Chef Jürgen Kroh begrüßte zu der Einheitsfeier in seinem Dorf, die bereits zum 20. Mal stattfand, wieder rund 50 Gäste. Auch bei ihm habe die Dankbarkeit und Freude über die Einheit nach all den Jahren trotz mancher Kritik angehalten: „Wir sind stolz darauf, dass dies die einzige solche Veranstaltung weit und breit ist.“ nob
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