Wattweiler. Das Ostereierschießen für Jedermann in Wattweiler ist immer eine laute und knallige Angelegenheit. Rund 4000 Eier werden an die Schützen verteilt, gewonnen von denen, die am 21. und 23. April ins Zentrum der Karte treffen oder dicht drum herum. Anschließend wird österlich gefeiert und viele köstliche Ostereier verzehrt.
Die Schützengesellschaft Wattweiler SF 1931 e. V., wie der Schützenverein nach der Fusion mit den Ernstweiler Schützen im Jahre 2000 nun heißt, ist auf der einen Seite eine Gesellschaft, die sich genauestens an die Regeln der Schießkunst hält, die streng reguliert ist, und die schon beste Schützen hervorgebracht hat. Auf der anderen Seite aber auch eine fröhliche Gesellschaft, die Erfolge zu feiern versteht – und die zum Beispiel bei der kulinarischen Blütenwanderung am 1. Mai mit einem gern angewanderten „Kulinarium“ vertreten ist.
Gründungsvorsitzender war Alfons Sandmeyer. Von 1964 bis 1986 führte Friedrich Naumann den Verein. Das ständige Auf- und Abbauen der Schießstände in der Wirtschaft Marschall, später bei Maß, fiel den Schützen allmählich auf die Nerven. Sie zogen um ins ehemalige Hinkelshaus von Schützenbruder Edwin Feß. Die Mannschaft schaffte den Aufstieg in die Landesliga. „Wir mussten Lotsen aufstellen, die die auswärtigen Schützen ins Hinkelshaus führten. Selbst Wattweiler war den Auswärtigen damals noch kein Begriff“, erzählt Fuhrmann.
Doch 1975 fand die Odyssee ein glückliches Ende: Am heutigen Standort neben dem Fußballplatz des TuS Wattweiler errichten die Schützen in zweijähriger Eigenarbeit ihr Schützenhaus. Zuschüsse flossen, und endlich konnten alle gängigen Disziplinen ausgeübt werden, ein rasanter Mitgliederzuwachs setzte ein, Jugendarbeit wurde groß geschrieben. Thomas Decker übernahm den Vorsitz. 1999 folgte Manfred Herzog, der heute noch an der Spitze steht.
„Wir sind froh über unsere große Anzahl Jugendlicher“, betont der Vorsitzende. Trainiert werden sie von Stefanie Kaufmann. „Wir alle sind bemüht, die Jugendarbeit noch weiter auszubauen“, heißt es. Doch auch die Senioren sind aktiv und schießen in mehreren Mannschaften. Aus ihnen sind sogar schon Landesmeister hervorgegangen. Der 79-jährige Erwin Fess qualifizierte sich gar 2009 für das Bundeskönigsschießen in München.
„Die Vereinstermine umfassen neben den Aktivenwettbewerben und neben den bereits genannten Terminen eine Frühjahrswanderung, Königsschießen, Herbstwanderung, ein internes Weihnachtschießen, das Nikolausschießen für Jedermann am 3. und 4. Dezember und die große Weihnachtsfeier mit der traditionellen Tombola. „Wir sind ein traditionsreicher, aufstrebender Schützenverein, der auch Jugendlichen beste Möglichkeiten bietet“, heißt es vom Vorstand.Wattweiler. Der Vorsitzende Manfred Herzog weiß, warum sein Verein gewinnen sollte: „Wir bieten Aktivitäten für alle Generationen. Und schießen ist Training vor allem auch für die Konzentration.
Gründungsmitglied und Schütze Edwin Feß sagt: „Schießen ist ein Sport, der bis ins hohe Alter fit hält.“ Junior Stefan Marschall fügt hinzu: „Sport macht Spaß, besonders Sportschießen. Erfolge verlangen Fitness, also muss man neben dem Schießen noch anderen Sport betreiben“. fro