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Neujahrsansprache 2010 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Freitag, den 15. Januar 2010 um 08:02 Uhr

WattweilerAm Samstag, den 09. Januar 2010, fand der Neujahrsempfang, geleitet von unserem Ortsvorsteher Jürgen Kroh, im Gemeindesaal der evangelischen Kirche statt.


Ansprache Neujahr 2010

2009 war das Jahr der Wahlen : Im Juni standen die Kommunal- und Europawahlen an, im September folgten die Bundestagswahlen. In Berlin kam es zu einem politischen Wechsel. Nicht mehr Schwarz-Rot sondern Schwarz-Gelb regiert die Republik.
Im Zweibrücker Stadtrat ist die SPD wieder stärkste Kraft und die Linken haben mit zwei Mitgliedern als sechste Fraktion Einzug in den Stadtrat  gehalten. Da sind wir in Wattweiler mit drei Fraktionen im Ortsbeirat schon bescheidener. Die FWG als stärkste Fraktion stellt 4 Mitglieder, die CDU konnte zulegen und verfügt gleichfalls über vier Sitze, die SPD verlor ein Mandat und ist mit drei Mitgliedern im Ortsbeirat vertreten. Der Ortsvorsteher wurde mit 82,5 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt, ein Ergebnis mit dem ein Ortsvorsteher nicht nur leben kann sondern auf das er stolz sein darf. Wer mich kennt, weiß dass dieses Ergebnis  auch eine hohe Verpflichtung für die nächsten Jahre für mich bedeutet.


Die Wahlbeteiligung im Juni und September war im Wattweiler Wahllokal zwar niedriger als bei vorausgegangenen Wahlen, war jedoch die höchste im Stadtgebiet. Dies stellt unter Beweis, dass die Bevölkerung in Wattweiler in hohem Maße mitbestimmen möchte, wer in der Politik das Sagen hat. Und dies ist gut so.
Lassen Sie mich nun zu Einzelthemen kommen die im zurückliegenden Jahr, die Arbeit im Ortsbeirat und das Ortsgeschehen bestimmten.


-    Wiederkehrende Beiträge

Nach dem Motto „Alle Jahre wieder“ beschäftigten sich auch im zurückliegenden Jahr Stadtrat und Ortsbeiräte mit dem Thema „Wiederkehrende Beiträge“. Wie bereits im Vorjahr sprach sich der Ortsbeirat Wattweiler einstimmig und mit Nachdruck gegen die Einführung der wiederkehrenden Beiträge und die Beibehaltung des bisherigen Systems des einmaligen Ausbaubeitrags aus. Mit dieser Kontinuität stand unser Ortsbeirat in krassem Gegensatz zum Oberbürgermeister, der im zurückliegenden Jahr das Lager gewechselt hat und sich als glühender Verfechter der wiederkehrenden Beiträge darstellte.
Mit einer Mehrheit  -wenn auch einer sehr knappen- sprach sich der Stadtrat gleichfalls gegen die Einführung der wiederkehrenden Beiträge aus. Somit bleibt den Hauseigentümern eine neue Steuer erspart, die „Straßensteuer“. Es sei denn die FDP macht ihre Ankündigung wahr, dieses Thema solange zu einem wiederkehrenden Thema zu machen, bis sich dafür eine Mehrheit im Stadtrat findet.


-    Finanzen/Städtischer Haushalt

Bei den diesjährigen Anträgen zum städtischen Haushalt hat sich der Ortsbeirat in Enthaltsamkeit geübt. Der von der Verwaltung  eingestellte Haushaltsansatz von 230 000 Euro für den Umbau der Feuerwache und jeweils 5000 Euro für die Gestaltung des Ortsmittelpunktes und das Vorortbudjet wurden vom Ortsbeirat gutgeheißen. Darüber hinaus wurden keine haushaltswirksamen Anträge aus Wattweiler gestellt. Dies vor dem Hintergrund, dass sich die Stadt in den zurückliegenden Jahren  in erheblichem Umfang in Wattweiler finanziell eingebracht hat. Als Beispiel seien der städtische Anteil beim Ausbau der Bliestalstraße genannt und das finanzielle Engagement im Gemeindehaus (neues Dach, neue Fenster, neuer
Außenputz mit Wärmedämmung, Renovierung der gemeindeeigenen Wohnung).
Es bleibt zu hoffen, dass die Aufsichtsdirektion Trier den städtischen Haushalt in nächster Zeit genehmigt und der Umbau der Feuerwache bald in Angriff genommen werden. Dieser Umbau ist notwendig, um ein neues und größeres Fahrzeug für unsere Löscheinheit anschaffen zu können. Das jetzige Fahrzeug hat nahezu 30 Jahre  auf dem Buckel und entspricht in keiner Weise mehr den gegenwärtigen Anforderungen.
In diesem Zusammenhang möchte ich mich beim „Chef“ unserer Feuerwehr Otto Fernau und seinen Mannen ganz herzlich bedanken für die im zurückliegenden Jahr geleistete nicht immer ungefährliche Arbeit.


-    Gestaltung Ortsmittelpunkt

Die Gestaltung des 2007 erworbenen Grundstücks gegenüber der Feuerwache soll erst dann in Angriff genommen werden, wenn die Baumaßnahme „Feuerwehr“ abgeschlossen ist. Es macht keinen Sinn ein Grundstück zu gestalten, wenn auf der gegenüberliegenden Seite eine größere Baumaßnahme läuft und Teile der Fläche von den Baufirmen in Anspruch genommen werden.
Die vom Stadtrat zur Verfügung gestellten Mittel für das Vorortbudjet sollen für die Platzgestaltung verwendet werden, sie werden nicht verausgabt sondern zweckgebunden auf die hohe Kante gelegt.


-    Schnelles DSL

Ein zuweilen nervender Dauerbrenner im zurückliegenden Jahr war das Thema „Schnelles DSL“. In mehreren Bürgerbriefen habe ich über den jeweiligen Stand des Verfahrens informiert. Gegenwärtiger Stand der Dinge :  Seit Mitte November sind die technischen Voraussetzungen für schnelles DSL in Wattweiler geschaffen und seither werden nach und nach die einzelnen Anschlüsse freigeschaltet. Dass sich die Bauarbeiten sehr lange hingezogen haben, liegt auch mit daran, dass die der Telekom vertraglich zugesicherten Leerrohre nicht immer vorhanden waren oder nicht mehr durchgängig waren. Ich war heilfroh, als das letzte Kabel durchgezogen war und die Freischaltphase angesetzt wurde. Zu ihrer Information : Das notwendige Glasfaserkabel wurde vom ALDI am Etzelweg via Waldfriedhof zum Wingert geführt und von dort zum Port am Ortseingang. Eine weitere Leitung wurde vom Wingert via Treppenweg/Mölschbacher Straße zum Sandrech geführt.
Dank gebührt in diesem Zusammenhang der Stadtverwaltung und dem Stadtrat für die zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel. Ohne diese wäre schnelles DSL in Wattweiler unmöglich gewesen, denn die Telekom erweitert ihr Netz nur, wenn die Kosten von Dritten getragen werden. Aber auch dies ist schon wieder Schnee von gestern :   Derzeit schließt die Telekom mit Kommunen keine neuen Verträge mehr ab.
Im Klartext heißt dies : Wäre im Dezember 2008 der Vertrag mit der Telekom nicht zustande gekommen, gäbe es auf längere Sicht kein DSL in Wattweiler.  Für die Gemeinden oder Stadtteile, die jetzt leer ausgehen, bewahrheitet sich der Ausspruch „Wer zu spät kommt, den straft das Leben“.


-    Internetpräsentation von Wattweiler

Die Internetpräsentation von Wattweiler hat große Fortschritte gemacht. Dies haben wir einem lieben Mitbürger zu verdanken,  nämlich Ralf Freyler vom Sandrech.  Ralf Freyler hat mit großen Engagement den Internetauftritt von Wattweiler aufgebaut und gestaltet.  Er ist ständig dabei, die Internetseiten auszubauen und zu aktualisieren.  Klicken Sie auf www.Wattweiler.org  und Sie sind in Sachen Wattweiler auf dem Laufenden. Ein herzliches Dankeschön an Ralf Freyler für sein ehrenamtliches und uneigennütziges Engagement.


-    Demografische Entwicklung

Nach diesen mehr positiven Darstellungen, lassen Sie mich einen Punkt zur Sprache bringen, der mir einige Sorgen bereitet : Es ist die demografische
Entwicklung in unserer Gesellschaft und speziell in unserem Stadtteil.
Auf einen Nenner gebracht, lässt sich folgendes feststellen  :
Die Zahl der Kinder und Jugendlichen geht kontinuierlich zurück, die Zahl der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger steigt stetig.
Lassen Sie mich dies anhand einiger weniger  Zahlen für Wattweiler belegen :

Über  8o-Jährige                               :                               38    (  ca.    6%)

6o- und 70-Jährige                            :                              240   ( ca.   27%)

40- und 50-Jährige                            :                              293    (ca.   33%)

20- und 30-Jährige                            :                              162    (ca.    19%)

bis zu 20-Jährige                               :                              127    (ca.    15%)


Was lässt sich aus diesen Zahlen ablesen.
Jeder Dritte in Wattweiler ist derzeit älter als 6o.
Die Altersgruppe 40 – 50 macht ein weiteres Drittel aus.
Nur ein Drittel der Gesamtbevölkerung in Wattweiler macht die Gruppe der unter 40-Jährigen aus.
Nur jede 7.  bzw.  jeder 7.  in Wattweiler ist unter 20 Jahre alt.
Projiziert man diese Zahlen in die Zukunft, dann lässt sich an drei Fingern abzählen, dass die Überalterung in den nächsten zwei Jahrzehnten weiter ansteigen wird und die Zahl der Kinder und Jugendlichen weiter abnehmen wird.
Früher hat man mit der Ausweisung von Neubaugebieten dieses Problem abgemildert. Junge Leute aus dem Ort bauten im Ort, junge Familien von außerhalb wurden mit Baumöglichkeiten angelockt.
Die Bautätigkeit hat im letzten Jahrzehnt gewaltig abgenommen. Der Markt ist weitgehend gesättigt, zumal immer häufiger Häuser zum Verkauf angeboten werden. Diese Entwicklung wird sich nach meiner Einschätzung auch in Wattweiler noch verstärken.
Dennoch sollte man das Thema „Bauplätze“ nicht achtlos vom Tisch wischen. Es wird auch weiterhin junge Menschen geben, die bauen möchten. Für sie braucht man nicht mehr die großen Neubaugebiete der Vergangenheit sondern hier reichen kleinere Einheiten aus : Stichwort
Abrundungssatzung im Innenbereich und behutsame, kleingliedrige Ausdehnung in den Außenbereich.


Noch ein Wort zur gegenwärtigen Einwohnerzahl  :  In Wattweiler sind mit Hauptwohnsitz 790 Einwohner gemeldet, 70 haben einen Nebenwohnsitz in Wattweiler gemeldet. Daraus zu schließen, Wattweiler habe 860 Einwohner geht an der Realität vorbei. Solche Milchmädchen-Rechnungen überlasse ich Oberbürgermeistern, die auf diese Art und Weise die Einwohnerzahl schön reden wollen.


-    Vereinsleben in Wattweiler

Was unseren Stadtteil nach innen und außen attraktiv erscheinen lässt, ist das rege Vereinsleben. Mein besonderer Dank gilt deshalb den Vorständen und Mitgliedern aller Wattweiler Vereine für ihr Engagement im und für den Verein und damit auch für Wattweiler. Unsere Vereine sind die besten Werbeträger für unseren Vorort. Erfreulich ist, dass der TuS derzeit in der Kreisliga oben mitmischt und auch unsere Schützen von sich reden machen. Hier verdient die Top-Leistung des Schützenbruders Erwin Fess besondere Erwähnung. Herr  Fess wurde 2009 Landesschützenmeister. High-Lights sind auch die gemeinsamen Konzerte unserer beiden Chöre. Nicht  vergessen werden darf der in der Vereinskelter gepresste Apfelsaft des Obstbauvereins, der weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus geschätzt wird.
Ebenso danke ich den Mitbürgerinnen und Mitbürgern und dem Verein für Heimat- und Denkmalpflege für ihr Bemühen, die Ortsverschönerung voranzubringen und mit mehr Blumenschmuck am Haus und in den Vorgärten das Ortsbild zu verbessern. Ich denke, dass wir mit dem Wettbewerb „Wattweiler blüht auf“ auf dem richtigen Weg sind. Dieser Wettbewerb soll in Zukunft auch fortgeführt werden.
Dank auch allen Vereinen, die durch ihre Mitwirkung die kulinarische Blütenwanderung im letzten Jahr wieder zu einem vollen Erfolg werden ließen. Die Verantwortlichen um Horst Körner werden auch in diesem Jahr  alles tun, um die Scharen der Wanderer von Nah und Fern  am 1. Mai zufrieden zu stellen.


- Jürgen Kroh -